Navigation

Netzwerk der Hilfe

Runder Tisch: Unterstützung ungebrochen

Godesberger wollen gute Willkommenskultur

„Die Hilfebereitschaft der Godesberger Bürger für die Flüchtlinge ist ungebrochen“, das sagt Dechant Dr. Wolfgang Picken im Anschluss an die Oktobersitzung des „Runden Tisches: Flüchtlingshilfe Bad Godesberg“ als dessen Moderator.

Alle Hilfsorganisationen und Initiativen, die am Runden Tisch versammelt sind, seien beeindruckt über die engagierte Unterstützung aus der Bevölkerung. Sowohl die Spendenbereitschaft als auch das umfangreiche Angebote zur ehrenamtlichen Mitarbeit dürften als deutliches Signal dafür verstanden werden, dass die Bürger des Stadtbezirks eine gute Willkommenskultur wollen. „Die überwältigende Mehrheit der Godesberger will, dass sich die Flüchtlinge hier gut aufgenommen fühlen und eine Integration gelingt“, so Picken.

Als jüngstes Beispiel aktiver Unterstützung durch die Bürger gilt die Resonanz auf die Suche nach privatem Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge. Nach dem Aufruf des „Runden Tisches“ im August sind mehr als 20 Wohnungsangebote in der Koordinationsstelle eingegangen. Zwischenzeitig konnten viele der derzeit in Godesberg lebenden Flüchtlinge in eine Privatwohnung umziehen. Andere freuen sich, zeitnah ihre Übergangsunterkunft verlassen zu können. „Für die Flüchtlinge ist der Bezug einer eigenen Wohnung ein wichtiger Schritt zur Normalität und ein Lichtblick nach einem oft dunklen Weg von Lebensgefahr und Flucht“, sagt Jessica Hübner-Fekiri, die Koordinatorin der Godesberger Flüchtlingshilfe. Der „Runde Tisch“ sucht weiter nach Wohnraum. Derzeit werden insbesondere Wohnungen zwischen 20 und 70 qm benötigt. Die Koordinierungsstelle nimmt entsprechende Wohnraumangebote unter der E-Mailadresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! entgegen. „Wir stehen auch für Informationen zur Verfügung, denn viele Bürger haben Fragen hinsichtlich der Organisation und Bezahlung der Wohnungen“, so Hübner-Fekiri. Angewiesen bleibt der „Runde Tisch“ auch auf Geldspenden. „Wir finanzieren umfangreich Sprachkurse und Integrationsmaßnahmen und benötigen dafür finanzielle Mittel“, erklärt Dechant Picken und weist auf die gegenwärtig laufende „Verdopplungsaktion“ hin. Bis zum 31. Dezember würden eingehenden Spenden durch die Bethe-Stiftung verdoppelt, weshalb jetzt zu spenden sich besonders lohne: Kirchengemeindeverband Bad Godesberg, Sparkasse KölnBonn (BIC: COLSDE33XXX) IBAN: DE52 3705 0198 1901 0771 62.

Um auf die Bereitschaft zur ehrenamtlichen Mitarbeit besser reagieren zu können, hat der „Runde Tisch“ entschieden, alle Interessierten zu einem „Ehrenamtsforum“ einzuladen. Die Mitglieder des „Runden Tisches“ werden dabei ihre Tätigkeitsfelder vorstellen und Möglichkeiten ehrenamtlicher Hilfe und Mitarbeit erläutern. Das Ehrenamtsforum findet am Freitag, 13. November von 18 bis 20 Uhr im Pfarrzentrum St. Marien, Burgstr. 43a statt. „Die Besucher werden verschiedene Projekte, Initiativen und erfahrene Ansprechpartner kennenlernen und die Möglichkeiten haben, Kontakte herzustellen und sich Projektideen anzuschließen. Auch soll ein Ehrenamtspool eröffnet werden, in den sich interessierte Helfer eintragen können“, erklärt Hübner-Fekiri. „Wir wollen, dass das enorme Potential an Kompetenz und Hilfsbereitschaft, das es in der Bevölkerung gibt, noch besser genutzt wird. Das geht am besten, wenn wir entsprechende Strukturen etablieren, mit denen wir das Ehrenamt managen“, ergänzt Dechant Picken.

Erstmals hat sich der „Runden Tisch“ näher damit beschäftigt, wie Flüchtlingen geholfen werden kann, die durch die Erfahrungen von Lebensgefahr und Flucht traumatisiert sind oder an einer psychischen Erkrankung leiden. „Ein großer Teil der Flüchtlinge ist traumatisiert und benötigt therapeutische Hilfe. Darauf sind wir im ganzen Land nicht vorbereitet“, sagt Dechant Picken. Hier sei die Sprachbarriere ein besonderes Problem, zumal Krankenkassen die Kosten für einen Dolmetscher nicht erstatten. Auch fehle es an spezialisierten Therapeuten. Besonders wichtig sei die therapeutische Hilfe für manche Flüchtlingskinder, wenn deren Integration gelingen soll. „Wir erleben beispielsweise in den Kindergärten, dass Flüchtlingskinder oft zusätzliche Begleitung benötigen. Das fordert mehr geschultes Personal und zusätzliche Finanzmittel. Hier werden wir mit der Politik ins Gespräch gehen, aber auch kurzfristig mit Spendenmitteln helfen müssen. Der „Runde Tisch“ wird dieses Thema weiter im Blick behalten“, erklärt Dechant Picken. Auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung stehen zudem die Vergabe von Schulplätzen an Flüchtlingskinder und die Verbesserung der Zusammenarbeit von städtischer Verwaltung und bürgerschaftlichem Engagement.

Kontakt:

Sie haben Fragen zum Thema Ehrenamt in der Kath. Flüchtlingshilfe Bad Godesberg? Christian Schulz hilft Ihnen gerne weiter.

Christian Schulz

Telefon: 0174 3309721
Kontakt Flüchtlingshilfe