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Unsere Sternsinger steuern auf Rekordergebnis zu!

„Botschafter der Liebe“ erreichen die Herzen der Menschen

Pünktlich zum Fest der „Erscheinung des Herrn“ (Epiphanie) standen am Dreikönigstag die letzten Hausbesuche der Sternsinger des Rheinviertels an. Rund 200 Kinder und Jugendliche hatten sich nach der Heiligen Messe und Aussendungsfeier in der St. Andreas Kirche am ersten Sonntag im neuen Jahr auf den Weg von Tür zu Tür gemacht und von der Geburt Jesu Christi gesungen.

Sie segneten alle Häuser und wünschten ein friedliches neues Jahr. Unter dem Motto „Respekt für Dich, für mich, für andere – in Bolivien und weltweit!“ sammelten sie für notleidende Kinder. Gleich an vier Tagen schmückten die als Heiligen drei Könige verkleideten Kinder das Straßenbild von der Rheinaue bis zur Mehlemer Fähre, gerahmt von der B9 und dem Rhein.

Ihnen nicht zu begegnen, war nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Überall sah man Kinder und Jugendliche von 5 bis 22 Jahren mit Krone auf dem Kopf, sowie Sammeldose und Stern in der Hand. Auch die Allerkleinsten aus den Kindergärten waren wieder unterwegs – im Umfeld der Einrichtung oder zum Besuch in den Altenheimen. Am letzten der vier Tage stand der Pressetermin bei Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke auf dem Programm. Zusammen mit den anderen Kindern aus dem Dekanat Bad Godesberg wurde der Segen am Rathaus angebracht. Anschließend gab es Empfänge beim BLE und bei Tank und Rast. Ebenso wurde der TV-Sender Phoenix besucht und eine Delegation war bei der Eröffnung des Suppenhimmels vor Ort dabei. Überall wurde man herzlichst empfangen und die Könige mit Süßigkeiten sowie kleinen Andenken bedacht.

Um eine Aktion in dieser Größenordnung zu ermöglichen, bedarf es einer entsprechenden Logistik. Allein über 70 Jugendleiter, -innen und Eltern waren im Einsatz, um den Königen den zum Teil beschwerlichen Weg zu erleichtern. Die Tage waren lang und die Enttäuschung oft groß, wenn die Türen dann doch einmal verschlossen blieben. Eltern übernahmen Fahrdienste und zauberten täglich ein warmes Mittagessen für bis zu 80 Kinder. Wenn die Kleinsten am Abend erschöpft waren, standen sogenannten „Powertrupps“ parat. Erfahrene Jugendliche, die sich selbst noch mal die Krone aufsetzten und sich zu dritt auf den Weg machten, um die letzten Straßen zu bewältigen. „Unser Ziel war es, wie immer alle Haushalte zu erreichen und dabei natürlich so viel Geld wie möglich zu sammeln. Wer nicht Zuhause ist, kann sich vorab oder während der Aktion melden und wir hinterlassen einen Segen oder kommen noch mal vorbei. Nur so ist ein Sammelergebnis in dieser Größenordnung möglich“, berichtet Jugendreferent Stefan Rachow, der die Aktion seit 10 Jahren organisiert und leitet.

„Ich gebe zu, dass ich etwas verwundert war, als ich im Radio hörte, dass es im Bonner Raum an Nachwuchs fehlt, da die Aktion doch für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation darstellt. Für die Kinder ist es nicht nur Spaß und Abenteuer, sondern auch praktizierte Nächstenliebe und als netten Nebeneffekt gibt es sogar noch Süßigkeiten. Eltern freuen sich, wenn ihre Kinder in netter Gemeinschaft die letzten Ferientage verbringen können. Außerdem ist der Besuch für viele Familien und vor allem ältere Menschen etwas ganz Besonderes. In vielen Gesprächen und Telefonaten wird dies immer wieder deutlich. Ohne die Sternsinger zum Jahresbeginn würde etwas fehlen“, ergänzte Rachow seine gesammelten Eindrücke.

Die Aktion stand aber auch unter einem wirklich guten Stern. Bevor es überhaupt losging, sammelte der erst 8-jährige Konstantin Uhle um die Feiertage bereits 135 Euro durch Spenden und Verkauf von Weihnachtsartikeln vor der eigenen Haustüre. Bei der Aktion selbst war er dann sogar an allen vier Tagen dabei – Respekt!

So konnten insgesamt bereits deutlich über 27.000 Euro eingezahlt werden. Da fast täglich neue Spenden abgegeben werden und man am Wochenende nach allen Messen im Rheinviertel noch einen „Segen to go“ bekommen kann, ist davon auszugehen, dass man die Grenze von 29.000 Euro wie schon 2014 deutlich übertrifft. Am Sonntag, dem 10. Januar 2016 wird in der Heiligen Messe um 11 Uhr in St. Evergislus allen Sternsinger sowie Eltern und Jugendleitern für ihren wahrhaft königlichen Einsatz gedankt.