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Tag des offenen Denkmals 2019

Mausoleum von Carstanjen öffnete seine Pforten

Trotz des etwas wechselhaftem Wetter besuchten am Sonntag, 8. September 2019 zum „Tag des offenen Denkmals“ – wie schon in den Vorjahren – sehr viele interessierte Besucher das Mausoleum von Carstanjen.

Das Motto des Tages „Umbrüche in Kunst und Architektur“ galt auch für dieses architektonische Kleinod im idyllischen Park am Plittersdorfer Rheinufer. Direkt neben St. Evergislus gelegen, ist es durch seine Nutzung als Urnenbegräbnisstätte ein wichtiger Ort der gemeinsamen Trauer- und Erinnerungskultur, der langen Tradition als Familiengrablege der Familie von Carstanjen nachfolgend. Mit fachkundigen Führungen zu kunsthistorischen und soziokulturellen Aspekten des Mausoleums sowie zur Historie der Familie von Carstanjen durch Joachim Keppler konnten sich die Besucher eingehend über dieses einmalige Kulturdenkmal informieren. Außerdem erwartete sie eine informative Fotodokumentation zur Geschichte und Architektur des Mausoleums und man konnte sich auch über die Möglichkeit von Anwartschaften für das Mausoleum informieren.

Ganz herzlichen Dank an den Elternrat und die Eltern unserer Inklusions-Kita Sonja Kill. Sie sorgten wieder mit einem wunderbaren Kuchenbuffet, frischen Waffeln und Kaffee für das leibliche Wohl der Besucher. Dank auch an die ehrenamtlichen Helfer am Informationsstand und das „Auf-und Abbauteam“.

Ursprünglich war der direkt am Rheinufer gelegene Kuppelbau Ende des 19. Jahrhunderts von dem Zuckerfabrikanten, Kunstsammler und Mäzen, Graf Adolf von Carstanjen für seine Familie als Begräbnisstätte erbaut worden. Fünf Familienmitglieder sind nachweislich im Mausoleum bestattet, die letzte Beisetzung fand zu Beginn der achtziger Jahre statt. In den folgenden zwei Jahrzehnten verwahrloste das Bauwerk zunehmend. Die Grünanlage war verwildert, die Glaselemente in der Kuppel zerstört, Wasser war eingedrungen und hatte dem Mauerwerk stark zugesetzt, überall eingeschlagene Fenster, Graffiti an Wänden und Türen. Nachdem 2005 der letzte Nachfahre der Familie von Carstanjen verstorben war, ging das Mausoleum in die „von Carstanjen Stiftung“ über, eine Unterstiftung der Bürgerstiftung Rheinviertel. Aus dem Nachlass konnte das unter Denkmalschutz stehende Mausoleum grundlegend saniert und renoviert werden.

Seit dem Sommer 2007 ist das einmalige Kulturdenkmal am Rhein eine christliche Urnenbegräbnisstätte und ein unvergleichlich würdevoller Ort. Es ist eine liebevolle Antwort auf die Ängste vieler Menschen vor Anonymität und Vergessen. In der Krypta finden die Toten ihre letzte irdische Heimat, für die Hinterbliebenen ist der idyllische Park mit freiem Blick auf den Rhein ein trostvoller Ort der Trauer. Die Namen der Verstorbenen werden auf Messingschildern verzeichnet. Bereits über 600 Menschen fanden ihre letzte Ruhstätte im Mausoleum von Carstanjen, außerdem wurden über 1300 Anwartschaften abgeschlossen. Mit der Gebühr für die Anwartschaft auf eine Grabstätte für 15 oder 25 Jahre geschieht Gutes. 90 Prozent der Einnahmen aus dem Mausoleum kommen den sozialen Projekten der Bürgerstiftung Rheinviertel zugute.

Das Mausoleum befindet sich direkt am Rheinufer in Bad Godesberg-Plittersdorf in der Auerhofstraße.

Weitere Informationen zum Mausoleum von Carstanjen erhalten Sie bei:
Sonja Kokott
Telefon: 0228 30898612
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Link zu www.mausoleum-von-carstanjen.de ...