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Wort der Woche

„Was mag wohl in den nächsten Wochen und Monaten auf uns zukommen? Kann ich so weitermachen, wie bisher? Was muss ich ändern? Worauf will ich in nächster Zeit zugehen?“ Das sind Fragen, die Menschen sich eher zum Neujahrfest stellen, als in der Mitte des Jahreskreises. Anfang aber ist auch jetzt, nach dem Ende der Haupturlaubszeit:

Beginn des neuen Schul- und Ausbildungsjahres, Stellenwechsel im Seelsorgeteam. Wieder-Anfachen des Gemeindelebens ... Stahlkocher würden dazu sagen: „Den Hochofen wieder anblasen.“ – Die Gemeinde ein Hochofen? Ein ungewohntes, aber ausdrucksstarkes Bild, finde ich. Ein kräftiger Wind bläst da hinein in eine nur schwach glimmende Glut, erste Flammen züngeln auf und schließlich erzeugt ein kräftig-loderndes Feuer die nötige Hitze, um aus unscheinbaren Gesteinsbrocken das kostbare Erz herauszuschmelzen, das nun zu edelsten Metallen weiterverarbeitet werden kann:

Die unverstellte Begegnung mit Gott formt sowohl den Einzelnen, wie auch unsere Gemeinschaft, und lässt das Edelste, was in uns Menschen schlummert, offen zutage treten. „Wo Gottes große Liebe in einen Menschen fällt, da wirkt sie fort, in Tat und Wort, hinaus in unsre Welt.“ heißt es treffend in dem Lied „Ins Wasser fällt ein Stein“. Ach, wenn doch der Heilige Geist all das, was solche Gottesbegegnung „verstellt“, im Feuer seiner Liebe verbrennen würde; mitsamt dem Staub, der sich auf das Leben unserer Kirche gelegt hat und es fast zu ersticken droht! – Aber Gott, das haben wir am vergangenen Sonntag gehört, tritt (zumeist) wie ein sanftes, leises Säuseln in unser Leben und nicht wie ein Sturmesbraus. Wo wir dieses Säuseln empfinden, ist es an uns, die Glut des Glaubens zu entfachen. Das wünschen sich viele, doch ist es nicht jedem gegeben; mir jedenfalls nicht. Stattdessen aber vielleicht die Gabe, eine kleine, doch beständige Flamme zu nähren.

Was braucht es nun mehr, um wieder neu anzufangen? Beides: die beständige, kleine Flamme der Glaubenszuversicht und das jähe, lodernde Feuer gläubiger Begeisterung. Wir brauchen beides; wir brauchen einander. – Jetzt am Samstag ist Hochfest: Mariä Himmelfahrt. Im Festevangelium hören wir das Magnifikat, den Lobgesang Mariens. Und hier begegnet uns beides, ja noch mehr, als das: tatkräftige Zuversicht, gute Hoffnung(!), jubelnde Begeisterung. Maria ist Sinnbild für die ganze Kirche, für uns alle. Tun wir es ihr nach!

Einen guten neuen Anfang, heute und alle Tage, wünscht Ihnen,
Diakon Gerd Klein

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