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Liebe Gemeinde,

„Ich bin gekommen, um Israel mit ihm bekannt zu machen. Er ist der Sohn Gottes!“ Wenn jemand in einer für ihn fremden Gesellschaft neu dazukommt, dann ist es leichter für ihn, wenn da einer ist, der einen in diese Gesellschaft einführt und vorstellt: „Darf ich Sie einander vorstellen? Darf ich Sie miteinander bekannt machen?“

Da geht es um mehr als bloß darum, dass die anderen meinen Namen gehört haben. Den könnte ich gerade auch noch selber sagen. Wenn man vorgestellt wird, dann wird damit auch zugleich schon ein Stück Gemeinschaft, Beziehung geknüpft. Da ist einer, der genießt bereits das Vertrauen dieser Menschen und wenn der nun diese unbekannte Person vorstellt, dann weiß jeder sofort: Dem kann man auch vertrauen. Der Freund meines Freundes kann ja wohl kein schlechter Mensch sein.

Wenn jemand einen berühmten, prominenten Menschen kennt oder sogar mit ihm befreundet ist, dann kann es einen sogar ein wenig stolz machen, wenn er andere mit seinem berühmten Freund bekannt machen darf. Deshalb frage ich mich manchmal, warum es oft schwer fällt, andere Menschen mit unserem Freund Jesus bekannt zu machen: „ Darf ich Ihnen vorstellen: Das ist mein gutere Freund Jesus. Er ist übrigens der Sohn Gottes.“

Sie merken, wenn ich das so sage, klingt es fast ein bisschen lächerlich. Ist aber ernst gemeint, denn im Grunde geht es genau darum: Menschen unbefangen von unserer Freundschaft mit Jesus zu erzählen, sie spüren zu lassen, dass uns die Gemeinschaft mit ihm guttut, Kraft gibt. Oder ist dieses Bekenntnis doch irgendwie peinlich? Johannes der Täufer macht sich nicht davon abhängig, was die anderen über ihn denken. Johannes lässt sich davon nicht beeindrucken. Er steht zu dem, was er denkt und fühlt. Und genau deshalb spüren die Menschen: Der hat uns was zu sagen. Ich wünsche uns allen eine Portion dieses Selbstbewusstseins des heiligen Johannes des Täufers, der nicht zuerst danach fragt: Was denken bloß die Menschen von mir?, sondern der für das eintritt, was ihm wirklich wichtig ist. Und der so zu dem Menschen wird, der als erster andere mit Jesus bekannt gemacht hat.

Pfarrer Edward Balagon

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